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Mein Diabetes
 
Weihnachten 2005 bekam ich ene Erkältung und obwohl die Symptome nach einer Woche eigentlich verschwunden waren, ging es mir nicht mehr so richtig gut. Als meine Mutter an meinem Geburtstag zu Besuch kam, redete sie immer wieder auf mich ein, endlich zu einem Arzt zu gehen. Zu dieser Zeit hatte ich ständig Durst. Ich schätze mal, dass ich am Tag bestimmt 10 Liter getrunken habe. Entsprechend oft bin ich dann natürlich auch zum Klo gerannt. Hinzu kam eine grenzenlose Müdigkeit. Ich habe dann aber trotzdem noch fast zwei Wochen durchgehalten, bis ich zum Arzt gegangen bin. Dort wurde eine Blutentnahme gemacht. Am nächsten Tag rief dann der Arzt bei mir an und sagte, ich solle ein paar Sachen einpacken und mir dann eine Einweisung für’s Krankenhaus abholen, weil mein Zucker viel zu hoch sei.
 
An die Zeit im Krankenhaus möchte ich eigentlich nicht erinnert werden und darum will ich sie hier nicht weiter erwähnen.
 
Nach zwei Wochen wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen – mit zwei Insulin-Pens, einem Blutzuckermessgerät, einer Überweisung zur Diabetologie und der Diagnose „Diabetes mellitus Typ 1“. Damit gehöre ich zu den 200.000 bis 250.000 Menschen in Deutschland, deren insulinproduzierende Zellen der Bauchspeicheldrüse durch eine Autoimmunerkrankung zerstört wurden.

ICT

ICT bedeutet „intensive konventionelle Therapie“. Ich spritze zwei verschiedene Insuline.  Das Basisinsulin spritze ich morgens und abends. Es wirkt praktisch den ganzen Tag lang und deckt so den Grundbedarf. Wenn ich etwas essen will, spritze ich vorher ein Bolusinsulin. Das wirkt schnell und kurz und deckt so den Bedarf für die Mahlzeit ab. Wenn ich aufstehe und zu Bett gehe und auch vor den Hauptmahlzeiten messe ich meinen Zucker, damit ich Ihn mit der nächsten Injektion korrigieren kann, falls es erforderlich ist. Die Insulinmenge muß ich berechnen. Das hängt davon ab, wie viel Broteinheiten meine Mahlzeit hat und auch von der Tageszeit. Morgens und abends brauche ich nämlich mehr Insulin als mittags.

 

Hypoglykämie

Eine Hypoglykämie ist eine Unterzuckerung. Ich unterzuckere, wenn ich mehr Insulin spritze als ich brauche. Das sollte eigentlich nie passieren, aber na ja – es passiert eben immer mal wieder. Es passiert auch bei körperlicher Anstrengung und deswegen esse ich z.B. einen Schokoriegel bevor ich Sport treibe, schwimme oder eine längere Strecke mit dem Fahrrad fahre. Außerdem habe ich überall wo ich mich aufhalte und auch in allen Taschen Traubenzucker. Der wirkt am schnellsten, wenn ich mal unterzuckere.
 
Wenn ich unterzuckere bemerke ich das durch Herzklopfen, Schweißausbruch, Heißhunger und zitternde Hände. Manchmal bemerke ich es nicht sofort oder ich reagiere nicht sofort. Dann bekomme ich Seh- und Sprachstörungen. Im schlimmsten fall kann man auch bewusstlos werden. Das ist mir zum Glück noch nie passiert, aber die anderen Symptome sind eigentlich auch schon schlimm genug. 
 
Und wenn ich nachts im Schlaf unterzuckere? Dann werde ich wach und  habe so ein merkwürdiges Kribbeln im Bauch.

 

Folgeerkrankungen
 
Gefäßleiden:
 
Dazu gehören Durchblutungsstörungen, Arterienverkalkung, Thrombose, Gefahr von Herzinfarkt und Schlaganfall.
 
 
Schädigungen der Augen und Nieren:
 
Sie entstehen ebenfalls durch Durchblutungsstörungen in den kleinsten Blutgefäßen
 
 
Schädigung der Nerven:
 
Die Nerven der Haut und der Muskulatur und auch die Nerven,  die innere Organe versorgen, sind bei erhöhtem Blutzuckerwerten betroffen.
 
 
Diabetischer Fuß:
 
Durch Schädigung der Nerven kommt es oftmals in den Füßen zu Empfindungsstörungen, wodurch Entzündungen und Verletzungen nicht wahrgenommen werden.

Nach einem Jahr
 
Ich will jetzt keineswegs behaupten, dass es mir nichts ausmacht, Diabetikerin zu sein und ich will auch nicht sagen, dass ich mich damit abgefunden habe. Mein HbA1c-Wert (das ist der Langzeitzuckerwert) ist von 14,2 % auf 7,9 % gesunken. Das ist natürlich ein großer Erfolg, aber noch nicht zufriedenstellend, denn er sollte unter 6,5 % sein. Ich weiß ja auch, woran es liegt. Einerseits sind es die vielen Kleinigkeiten, die ich zwischendurch esse und andererseits ist es die Tatsache, dass ich mir oftmals vor anderen Menschen leider nicht traue, meinen Pen herauszuholen und zu spritzen und es dann lieber hinterher mache, wenn es niemand sehen kann. Aber ich arbeite an diesem Problem, denn schließlich möchte ich nicht, dass es in ein paar Jahren zu Folgeerkrankungen kommt.

 

 

 

 

 

     

 




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